Am späten Nachmittag des 9. Februar trafen die 16 Teilnehmer der Frauenfreizeit im einladend stillen Retiro in Pedreña ein. Rocio, die Empfangsdame, begrüßte uns herzlich und jede von uns war sehr froh über das Wiedersehen nach einem Jahr.

Erwartungsvoll versammelten wir uns um 19 Uhr im Arbeitsraum, gespannt, welches Symbol sich Elke nach wochenlangem Grübeln ausgedacht hatte, um das Motto „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ zu interpretieren. Elke hatte reichlich Material über Surinam ausgebreitet. Auf mehreren Tischen lagen Filzmatten aller Farben, Schablonen für Pflanzen und Tiere, sowie die, von der unermüdlich mit der Schere hantierenden Ingeborg ausgeschnittenen Modelle.

Die Aufgabe hieß, auf einem langen, schmalen Wandbehang die sechs Tage der Schöpfungsgeschichte darzustellen. Jede begann nun, entsprechend ihren Fähigkeiten, Bäume, Blumen, Tiere aufzuzeichnen und auszuschneiden. Von Elke und Helga B.  wurden sie später, dem Fortgang der Schöpfung entsprechend, aufgeklebt. Pepe, der auch dabei sein konnte, vertiefte sich ins Info-Material. Der Pastor half Wissenslücken zur Schöpfung zu klären, und Elisabeth sorgte für angenehme Musik.

Der Dauerregen machte aus diesem Treffen eine echte Klausur, was nicht sonderlich auffiel, konnte man beim Ausschneiden doch bestens plaudern.

Nur Elke und Helga B. mußten sich voll konzentrieren, um den Wandbehang Tag für Tag lebendig werden zu lassen. Seine Einweihung am späten Nachmittag zeigte bei allen lobende Zustimmung.

Zum Frühstück am Samstagmorgen waren Keramik-Hühnchen auf die Tische gehüpft – eine liebe Gabe von Elke aus dem Nachlass ihrer Eltern.

Helga B. begann um 10 Uhr ihren Vortrag samt Bildern „Land und Leute“ in Surinam. Wieder einmal konnte man über die eigene Unwissenheit staunen. Weder wußten wir, wo dies von der Natur beschenkte Land liegt, obendrein nicht daß dort seit mehreren Jahrhunderten Menschen aller Hautfarben aus vier Kontinenten, unterschiedlichen Glaubens, friedlich zusammenleben. Dieses kleine Land sollte ein Vorbild für uns zerstrittene Europäer sein.

Im Anschluß an den gelungenen Vortrag wurde zuende gebastelt, bis wir um 14 Uhr zum Mittagessen mit Caneloni (die wir alle nur selten zubereiten) verwöhnt wurden. Die Mittagspause bis 17 Uhr gab reichlich Zeit zum Ausruhen. Bei der von Elke gestalteten Kurzandacht stellten sich fünf Frauen, geschmückt mit bunten Tüchern aus ihrer Heimat , mit ihren Lebensgeschichten vor. Nun mußte aufgeräumt werden, ehe Elvira ab 19 Uhr eine kleine Yogapraxis mit anschließender Meditation leitete, die uns allen gut tat. Nach dem Abendessen wurde bei Inge bezahlt, ehe wir die Lieder einüben und plaudern konnten.

Der Sonntag stand, wie immer, im Zeichen des Abschieds und der Vorschau. Nach der  Morgenandacht, von Elke einfühlsam zelebriert, überlegte man, wer am Weltgebetstag welche Rolle und welchen Text übernehmen könnte.

Elke, die sich seit Jahren mit aller Kraft für die Frauenfreizeit engagiert, bat um Entlastung für die Zukunft. Das Gruppenfoto zum Abschluß beendete das diesjährige Treffen.

Vorsorglich hatte uns Inge für Februar 2019 vorgemerkt. Der Abschied nach dem reichhaltigen Mittagessen durfte nicht endlos dauern, weil die meisten eine lange Rückfahrt im Regen vor sich hatten.

Helga Röver

Am Freitagnachmittag treffen die 18 Teilnehmer, 15 Damen und 3 Herren, gegen 18:00h wohlbehalten im gepflegten, warmen „Retiro“ in Pedreña ein. Um 19:00h versammeln wir uns im „Arbeitsraum“, der von Elke mit Hilfe des farbenfrohen Symbolbildes der jungen philippinischen Künsterlin Rowena Laxamana Sta. Rosa, Blütenkränzen und Infomaterial einladend geschmückt wurde. Bevor wir unsere Aufmerksamkeit den Problemen der philippischen Frauen zuwenden konnten, las uns Pastor Grohn die Rede vor, mit welcher er die spanische Gemeinde mit den Beweggründen Luthers zum Protest gegen die Ablasspraktiken der röm.-kath. Kirche bekannt machen will.
Anschliessend war Fingerfertigkeit gefordert. Weil es auf den Philippinen überwieged warm ist, hatte Elke die gute Idee, uns Fächer falten zu lassen. Wie stets hatte sie alles bis ins Detail vorbereitet und durchdacht. Damit verging die Zeit bis zur Cena im Nu. Gestärkt und vom Tinto angeregt, plauderten einige bis in den frühen Morgen.
Das ausgedehnte, reichhaltige Frühstück liess Ferienlaune aufkommen. Darum musste Elisabeth mit dem Gong daran erinnern, dass wir nicht nur zum Vergnügen in Pedreña waren.

Renate, die kurzfristig den von der „gestolperten“ Helga ausgearbeiteten Vortrag übernommen hatte, belehrte uns souverän, unter Mitwirkung gut gewählten Bildmaterials, über die politische, wirtschaftliche und menschliche Situation der Bewohner des Inselreichs.

Es blieb genügend Zeit, um sowohl vor, als auch nach dem Essen die gute Seeluft von Pedreña einzuatmen.

Ab 17:00h begann die Gruppenarbeit. Wir waren aufgefordert, über das diesjährige Motto: „Was ist fair?“ nachzudenken. Die zahlreichen Motive, welche die Malerin auf ihrem Bild vereint hatte, gaben jede Menge Denkanstösse. Knappe Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Situation sowohl der Frauen als auch der Überzahl armer Menschen wurden auf „Bananenblättern“ notiert. Weil Reis das Grundnahrungsmittel der Inselbewohner ist, hatten einige von uns Reistütchen gefüllt. Alles diente zur besseren Einfühlung in das Leben der Menschen auf den Philippinen. Zur Auflockerung nach so viel Konzentration, vereinten sich fast alle zum Biodanza, unter Anleitung von Elvira.
Weil alle diese Freuden auch ihren Preis haben, konnte Inge, unsere Zahlmeisterin, nach dem Abendessen zügig unseren „Obulus“ einsammeln und sogleich der Leiterin des „Retiro“ übergeben. Danach wurden die Lieder des diesjährigen Weltgebetstages mit Elisabeth eingeübt.

Rund um das Gleichnis vom Weinbergbesitzer – siehe Gerechigkeit – gestaltete Elke einen einfühlsamen Gottesdienst. Trotz Aufräumen und Kofferpacken blieb reichlich Zeit für einen Spaziergang an der Sonne. Gestärkt durch ein leckeres Mittagsmahl begaben wir uns gegen 16:00h auf die Heimreise, nicht ohne den Termin für 2018 vorgemerkt zu haben.

Helga Röver

DER HERR IST AUFERSTANDEN, ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!clip_image002

Liebe Gemeindemitglieder in Nordspanien,

Können Sie diesen Satz voll Freude nachsprechen – oder gehören Sie eher zu den Zweiflern des Ostergeschehens? Wie kann ein Toter auferstehen? Haben sich die Jünger da nicht etwas zurechtphantasiert? Und warum ist die Auferstehung nicht genauso ein Faktum wie die Kreuzigung? Warum wandert Jesus nicht von Pontius zu Pilatus und zeigt allen, dass er wieder da ist? Warum geht er nicht einfach nach Jerusalem in den Tempel und lässt seine Mauern einstürzen?

Ich glaube, die Frage ist zugleich die Antwort. Die Auferstehung ist nicht genau so ein Geschehen wie die Kreuzigung! Die Auferstehung ist ein Neuanfang. Unser Leben ist ein dickes Buch, die Auferstehung dagegen ein leeres Blatt. Wir bekommen die Chance, die Dinge anders zu sehen. Wir müssen nicht mehr den Tod anstarren, sondern erkennen das Leben, das vor uns steht. Zunächst ist es schwer zu erkennen. Aber jedes Osterfest gibt uns die Möglichkeit, unseren Weg anders fortzusetzen als wir ihn begonnen haben. Dabei entsteht der neue Weg dadurch, dass wir einfach losgehen. So wie es die Frauen taten, und am Grab treffen sie Jesus, der zu ihnen sagt: “Seid gegrüßt!” Die nachfolgende österliche Parabel macht uns deutlich, dass es gar nicht immer so einfach ist, die Dinge wirklich zu erfassen und zu verstehen:

Es war einmal ein Mensch, der hatte Mitleid mit den Raupen, die sich Stunde für Stunde vorwärtsplagten, mühselig die Stängel erkletterten, um zu fressen – keine Ahnung von der Sonne, dem Regenbogen in den Wolken und den Liedern der Nachtigall! Und der Mensch dachte: Wenn diese Raupen ahnen würden, was ihnen als Schmetterling blühen wird; sie wären jetzt ganz, anders lebensfroher, zuversichtlicher, mit viel mehr Hoffnung. Sie würden erkennen: Das Leben besteht nicht nur aus Fressen und der Tod ist nicht das Letzte. So dachte der Mensch und er sagte zu ihnen: “Ihr werdet frei sei! Ihr werdet eure Schwerfälligkeit verlieren! Ihr werdet mühelos fliegen können und Blüten finden! Und Ihr werdet schön sein.” Aber die Raupen hörten gar nicht hin. Das Zukünftige, das Schmetterlings-hafte ließ sich nicht in die Raupensprache übertragen. So versuchte er es mit Vergleichen: Es wird sein wie auf einem Feld mit Möhrenkraut… Sie nickten und mit ihrem Raupen-horizont dachten sie nur ans endlose Fressen. Nein, so ging es nicht. Und als der Mensch ihnen sagte, dass ihr Puppensarg nicht das Letzte sei, dass sie sich verwandeln und ihnen über Nacht Flügel wachsen würden, da sagten sie zu ihm:”Hau ab, du spinnst! Du hältst uns nur vom Fressen ab!

Ich wünsche uns allen, dass wir in unserem Leben die Erfahrung von Verwandlung machen dürfen.

Ihre Pfarrerin Gaby Remus

Unsere Frauenfreizeit fand dieses Jahr nicht wie gewohnt in Larrea statt, sondern in Pedreña/Santander en la „Casa de Ejercicios SAN IGNAZIO“. Mit einer regen Teilnahme von 19 Frauen trafen wir uns dort im Februar, um den Weltgebetstag der Frauen, der in diesem Jahr am 4. März 2016 gefeiert wurde, vorzubereiten. Dieses Jahr luden die Frauen aus Kuba ein. Ihr Motto lautete: „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“. Der Beginn unseres Wochenendes gestaltete sich aufgrund von unvorhersehbaren Verkehrsbedingungen schwierig und viele Teilnehmerinnen trafen mit Verspätung ein. Letztendlich konnten wir dann doch noch alle gemeinsam das Abendessen genießen.

Den Samstagmorgen begannen wir mit einem gemeinsamen Frühstück und der darauffolgenden kurzen Andacht in der hauseigenen und freundlichen Kapelle unseres Gasthauses. Das herrliche Wetter lud danach zu einem wundervollen Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein und Frühlingstemperaturen in der Bucht von Pedreña ein. Von dort aus hatte man einen wundervollen Blick auf Santander und die verschneiten Gipfel der „Picos de Europa“. Es war einfach herrlich! Voller Energie genossen wir danach den Diavortrag über Kuba und wir konnten uns ein Bild über die geographische Lage, Land und Leute und vor allem die historische Entwicklung dieses sich im Umbruch befindlichen Landes machen.

Nach dem Mittagessen und einer Ruhepause begannen wir mit Freude die bevorstehende Bastelarbeit; jede von uns bastelte einen Schmetterlingsjasmin, die Nationalblume Kubas. Für die kubanischen Frauen bedeutet diese Blume heute Ermutigung zum Engagement und der Duft und die Schönheit des Lebens.

Bei der darauffolgenden Bibelarbeit zum diesjährigen Motto des Weltgebetstages wurde sehr angeregt und unter großer Beteiligung über ein Bild diskutiert, welches die dazugehörige Bibelstelle aus dem Markusevangelium (Mk 10, 13-16) darstellte.

Weiter ging es mit Biodanza, Abendessen und beim gemütlichen Zusammensein danach wurde noch einmal das eine oder andere Thema vertieft oder sich einfach nur nett unterhalten. Ein erneutes Einüben der Lieder für den Weltgebetstag durfte natürlich auch nicht zu kurz kommen.

clip_image0011-300x255 (1)Am Sonntagmorgen konnten wir dann noch eine besondere Andacht genießen, nämlich mit einem Agape-Mahl (agape kommt aus dem griechischen und bedeutet Liebe), also einem Liebesmahl. Dies war für alle eine neue und sehr schöne Erfahrung. Die Kapelle war dabei mit unseren am Vortag selbst gebastelten Blumen geschmückt.

Bevor wir uns nach dem Mittagessen endgültig verabschiedeten, versammelten wir uns noch einmal, um einen Reisesegen für unsere Heimfahrt zu erhalten. Das Wochenende war wie immer viel zu schnell vergangen.

Angelika Vargas (Bilbao)

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 Bildmaterial von Pfrn. Gaby Remus

Liebe Gemeinde,

jedes Jahr am 1. Sonntag im Oktober feiern wir das Erntedankfest, dass uns daran erinnern möchte, dass alle Kreaturen, auch wir Menschen, eingebunden sind in den großen und lebendigen Zusammenhang, den wir Christen als Gottes Schöpfung begreifen.

Wir wissen aber auch, dass durch uns Menschen diese Erde nach wie vor bedroht ist.

Die Luft ist dick, das Wasser oft verschmutzt und Pflanzen und Tieren wird der Lebensraum immer mehr entzogen.

Wir tun so, als gehöre diese Erde uns, dabei sind wir nur Gast auf ihr.

Gott hat uns Menschen in der Schöpfungserzählung den Auftrag gegeben: „Macht euch die Erde untertan“.

Wie dieser Mensch sein sollte, wie er handeln müsste, um seinem Auftrag als Ebenbild Gottes gerecht zu werden, erzählt eine moderne Fabel aus unseren Tagen:

Am Tag, als das Gras nach unten Wuchs und die Vögel rückwärts flogen, berief der König der Tiere eine Vollversammlung ein. Auf der Tagesordnung stand als einziges Thema:

„Was ist der Mensch?“

Allgemeine Zustimmung fand ein gemeinsamer Vorschlag der Läuse und Flöhe – denn die haben am meisten mit den Menschen zu tun, – die Tiere sollten doch einen offenen Tag durchführen, um die Menschen kennen zulernen. Nachdem das Risiko sorgfältig durchgesprochen war, denn es ist immer ein Risiko, Menschen zu begegnen, beschlossen die Tiere einen „Tag der offenen Tür“.

Die Vögel hatten die Einladung in alle Welt zu tragen; und so geschah es. Es sollte ein Fest der Begegnung werden, ein Fest der fröhlichen Kreatur. Die Hyänen bekamen den Auftrag, Wache zu halten und jeden Gast, der vorgab, ein Mensch zu sein, nach seinem Ausweis zu fragen, und die Identität zu prüfen.

Nun kam der erste Mensch an die Grenze der Tiere. Würdevoll erhob sich die Hyäne, ging auf den Fremdling zu und fragte ihn: „Bist du ein Mensch?“ „JA“, sagte der Zweibeiner. – „Womit kannst du dich als Mensch ausweisen?“ fragte die Hyäne. – „Nenne mir drei unveränderliche Kennzeichen.“ Ohne zu zögern antwortete der Gefragte: „Du siehst, ich gehe aufrecht, du siehst, dass ich wie ein Mensch aussehe, du hörst, dass ich wie ein Mensch spreche! Ich bin ein Mensch.“ – „Das genügt uns nicht“, sagten die Tiere und wiesen den Gast ab.

Nach kurzer Zeit kam ein anderer und wollte in das Reich der Tiere. Auch ihm wurde gesagt, er solle sich durch drei unveränderliche Kennzeichen als Mensch ausweisen. Er überlegte einen Augenblick und sagte: „Ich bin von einem Menschen gezeugt, und von einem Menschen geboren, also bin ich ein Mensch; ich denke über die Vergangenheit nach, und plane für die Zukunft! Also bin ich ein Mensch.“ – „Schon besser“, sagten die Hyänen, „wir wollen es mit dir versuchen, obwohl auch du uns die eigentliche Antwort schuldig geblieben  bist.“ – Noch viele kamen an die Grenze der Tiere, und ihre Antworten waren: Ich fühle, ich habe einen Beruf, ich habe Geld, ich habe Macht, ich habe eine Wohnung, ich habe Waffen und vieles andere mehr.

Aber die Tiere waren enttäuscht. Schon wollten sie den „Tag der offnen Tür“ absagen, da kamen drei singende Kinder.

„Warum singt ihr?“ fragte die Hyäne. – „Weil wir uns freuen“, antworteten die Kinder. „Warum seid ihr gekommen?“ fragte sie  weiter. – „Weil wir euch danken und uns freuen, dass es euch gibt“,  antworteten die Kinder. –

„Und warum kommt ihr zu dritt?“ wollte die Hyäne weiter wissen. „Weil wir uns lieben“, riefen die Kinder, überschritten einfach die Grenze und wurden herzlich aufgenommen. –

„Ja, das sind Menschen!“ sagte die weise Eule, „denn sie reden nicht von Kenzeichen, sondern sie sind es selbst:

FREUDE, DANK und LIEBE.“ …es wurde ein herrlicher Tag und die Tiere begannen zu hoffen.    (Peter Spangenberg)

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein nachdenkliches Erntedankfest 2015

Ihre Pfarrerin Gaby Remus

Auch in diesem Jahr traf sich die Gemeinde zur “Frauenfreizeit” in Larrea, um den Weltgebetstag der Frauen vorzubereiten, der am Freitag, den 6. März 2015 stattfand. Das Motto diesmal lautete:  “Begreift ihr meine Liebe?” In diesem Jahr luden uns die Frauen der Bahamas ein, ihre Lebenssituation kennenzulernen: Karibische Gelassenheit, Tauchparadiese, Traumstrände, aber auch wirtschaftliche Abhängigkeit vom Tourismus, gesellschaftliche Notlagen durch Armut, Krankheit, Perspektivlosigkeit und die hohe Verbreitung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen.

Am Freitag um 19:00 wurden wir herzlich begrüßt und es fand erst einmal ein  reger Austausch untereinander statt. Als Vorbereitung für unsere spätere Bibelarbeit begannen  wir dann, Füße und Hände aus Papier auszuschneiden, welche  auf einem Tisch mit weiterem Material zu unserem diesjährigen Thema ausgelegt wurden. Ein leckeres Abendessen und das gemütliche Beisammensein danach mit Lesen von Gebeten und Einstudieren der neuen Lieder rundete den ersten Abend herrlich ab.

Am Samstagvormittag waren wir schon alle gespannt auf den 01 Larrea 2015Vortrag, welcher wie immer von vielen Fotos untermauert wurde und uns damit einen guten Einblick, sowohl in die geographische und historische Situation der Bahamas als auch in das Leben der Menschen dort, insbesondere das der Mädchen und Frauen verschaffte. Da das Wetter an diesem Wochenende leider sehr wechselhaft war, fielen die sonst üblichen langen Spaziergänge etwas kürzer aus oder aber man genoss die Zeit  bei interessanten und netten Gesprächen miteinander.

Am Nachmittag gesellten sich dann auch unser Vikar mit seiner Frau zu uns und wir lasen und besprachen gemeinsam eine Lesung aus dem Johannesevangelium, in welcher erzählt wird, wie Jesus den Jüngern die Füße gewaschen hat. 13 Larrea 2015Um diese Bibelstelle noch intensiver zu veranschaulichen, bildeten wir Paare, die sich dann gegenseitig die Füße oder auch die Hände wuschen, eine für viele sehr ungewohnte aber doch angenehme Erfahrung.

Das danach folgende das Angebot, an einem Biodanza Kurs teilzunehmen, wurde gerne und zahlreich angenommen. Nach dem Abendessen konnten wir beim erneuten Einüben der Lieder gute Erfolge erkennen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Mit der Andacht hatten wir einen wunderbaren und besinnlichen Einstieg in den Sonntagmorgen; Spaziergänge und nette Gespräche ließen den Rest des Morgens wie im Fluge vergehen.

Beim abschließenden Mittagessen wunderten sich dann viele, wie schnell unser Wochenende wieder vergangen war und wir verabschiedeten uns mit der Vorfreude aufs nächste Jahr.

Angelika Vargas (Bilbao)

02 Larrea 2015

Bildmaterial von M. Kolar

An Ostern erinnern wir uns daran, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist.

Doch vor der Auferstehung steht die Passion. An Karfreitag und Karsamstag denken wir daran.

Die Bibel berichtet davon, dass Jesus zunächst einen schweren Tod erlitten hat. Unschuldig wurde er hingerichtet. Jesus konnte sich nicht durch ein Wunder selbst retten. Auch Gott hat ihn nicht bewahrt, sondern Jesus musste durch alles Unrecht und alles Leidvolle hindurch.

Dieses Ereignis zeigt mir, dass auch wir als Christen heute durch leidvolle Situationen hindurchgehen müssen. Wir werden nicht vor allen Schwierigkeiten bewahrt. Wenn das Leid schwer ist oder länger andauert, kann man leicht an Gott zweifeln: „Will Gott mich bestrafen? Sieht er mich? Ist er überhaupt da?“

Auf diese Fragen und Zweifel ist Ostern die Antwort. Gott führt Jesus aus dem Grab. Wo alle Hoffnung zu Ende war und alle Träume über die gemeinsame Zukunft ausgeträumt waren geschieht das Unglaubliche. Etwas womit niemand gerechnet hat: Es geschieht ein Wunder. Dieses Wunder feiern wir an Ostern.

Die Bibel erzählt, dass die ersten Zeugen der Auferstehung Frauen waren. Das ist insofern interessant, als dass das Zeugnis der Frauen zur damaligen Zeit nicht viel galt. Umso glaubwürdiger ist ihre Schilderung aus historischer Perspektive heute.

Einen Tag später, so wird berichtet, gingen zwei Männer in ein Dorf. Auf dem Weg reden sie miteinander und treffen auf einen Unbekannten. Er begleitet sie auf dem Weg. Als sie in Emmaus ankommen, laden die beiden Männer den Unbekannten zum Abendessen ein. Gemeinsam sprechen sie ein Tischgebet und brechen das Brot miteinander. Auf einmal erkennen die beiden Männer in dem Unbekannten den auferstandenen Jesus. Der Totgeglaubte lebt. Die aufgegebene Hoffnung wird wieder lebendig. Der Traum der gemeinsamen Zukunft beginnt für die Jünger auf eine ganz neue Weise.

Ostern erzählt davon, dass es keine hoffnungslosen Situationen gibt. Selbst durch Leid und Tod hindurch erscheint das Wunderbare. Das gilt auch für unser Leben. So können wir erfahren, dass es nach einer leidvollen Erfahrung wieder Grund zur Freude gibt, nach einem Streit kommt es zur Versöhnung oder nach einer ausweglosen Situation eröffnet sich ein besserer Weg, der zur Lösung führt. All das sind Ostererfahrungen in unserem Leben. Darüberhinaus erzählt Ostern davon, dass es Hoffnung über den Tod hinaus gibt. Der Tod beendet nicht alles trostlos, sondern das Leben geht auf eine andere Weise weiter.

Margot Kässmann hat die Ostererfahrung einmal so formuliert: „Der Segen Gottes ist nicht die Garantie, dass es kein Leid und keine Krankheit und keinen Tod gibt im Leben. Er ist die Versicherung, dass Gott uns begleitet in unserem Leben, auch in unseren schwersten Stunden und über den Tod hinaus in ein neues Leben. So hat es Jesus selbst erlebt.“

Wir alle brauchen Hoffnung für unser Leben und Sterben. Ostern, das von der Auferstehung Jesu erzählt, gibt uns Grund dazu. Deshalb dürfen wir uns freuen.

Euer Axel Dodszuweit

Zum Jahreswechsel 2014 / 2015

Am 22.12.2014 demonstrierten 17.500 Menschen in Dresden. Es handelt sich dabei um Anhänger der Pegida-Bewegung. Diese Gruppe ist gegen eine „Überfremdung“ Deutschlands. Sie hat Angst vor einer Islamisierung der Justiz, Kultur und Politik. Der Ratsvorsitzende der EKD Heinrich Bedford-Strohm hält dagegen, dass es sich dabei um Realitätsverlust handelt. Die „dumpfen Anti-Islam-Parolen“ haben „nichts mehr mit der Realität zu tun.“ Die Idee, das Christliche Abendland retten zu wollen, könne auf diese Weise nicht erreicht werden. Vielmehr sei es gerade christlich, Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen Hilfe anzubieten.

Die Jahreslosung für 2015 heißt: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ (Röm 15,7). Die damalige Gemeinde in Rom war von Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern betroffen. Man stritt über unterschiedliche Ansichten des Glaubens sei es nun im Zusammenhang mit Essen oder das Einhalten von Feiertagen oder andrem. Was für die einen heilig war, hielten die anderen für oberflächlich. Dadurch gab es Konflikte.

Auch heute haben wir oft unterschiedliche Ansichten in der Gemeinde. Dies kann den Musikgeschmack betreffen oder die Art sich zu Kleiden. Trotz aller Unterschiede sind wir dazu aufgerufen, uns gegenseitig anzunehmen. Die Unterschiede, die uns trennen, sind nicht seligmachend. Vielmehr bereichern uns die Unterschiede. Sie fördern das soziale Miteinander und bringen alle Beteiligten voran.

Das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Perspektiven gilt sowohl für die Gemeinde als auch für die Gesellschaft. Deshalb hat Bedford-Strohm recht, wenn er sagt, dass nicht der Ausschluss von Anderen sondern das Willkommen heißen christlich ist. Zum Schluss ein Zitat von Johann W. von Goethe: „Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter.“ In diesem Sinn mögen für das neue Jahr, die echten christlichen Werte unseres Abendlandes festen Bestand haben.

Euer Axel Dodszuweit

Seit 30 Jahren gönnt sich unsere Gemeinde eine  „Frauenfreizeit“. Zum 7. Mal trafen wir uns in Larrea. Das Motto des diesjährigen Weltgebtstages lautete „Wasserströme in der Wüste“.  Es wurde von den Frauen der vereinten Christlich Koptischen Gemeinden in Ägypten vorgegeben, die den Weltgebetstag bereits seit 1928 begehen.

Dank einer kurz Entschlossenen rundete sich unsere Gruppe auf 20 Personen, nur „Molly“ einer fügsamen Handedame, wurde der Eintritt verwehrt. Als wir uns gegen 19:00h nach ausgiebiger Begrüssung im Konferenzraum einfanden, hatten Elke, Hannelore und Beverley auf dem Boden  feine Stoffe, Sand und Kieselsteine angeordnert, um  uns auf das Thema „Wasserströme in der Wüste“ eizustimmen.  Mit Hannelore machten wir eine Wüstenmeditation und danach waren wir  in der richtigen Stimmung, uns der Aufgabe zu widmen, den Lauf des Nils samt seiner Ufer mit farbigen Tüchern auf dem Boden nachzugebilden. Das Ufer  wurde mit gerüschten Papierblumen, Kamelen und Palmen belebt und das Ganze mit einer ansehnlichen Lotusblume gekrönt.  Anschliessend blieb noch Zeit zum Einhören und Mitsummen der melodischen Lieder zum Gottesdienst am Weltgebetstag. Weiterlesen