Am späten Nachmittag des 9. Februar trafen die 16 Teilnehmer der Frauenfreizeit im einladend stillen Retiro in Pedreña ein. Rocio, die Empfangsdame, begrüßte uns herzlich und jede von uns war sehr froh über das Wiedersehen nach einem Jahr.

Erwartungsvoll versammelten wir uns um 19 Uhr im Arbeitsraum, gespannt, welches Symbol sich Elke nach wochenlangem Grübeln ausgedacht hatte, um das Motto „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ zu interpretieren. Elke hatte reichlich Material über Surinam ausgebreitet. Auf mehreren Tischen lagen Filzmatten aller Farben, Schablonen für Pflanzen und Tiere, sowie die, von der unermüdlich mit der Schere hantierenden Ingeborg ausgeschnittenen Modelle.

Die Aufgabe hieß, auf einem langen, schmalen Wandbehang die sechs Tage der Schöpfungsgeschichte darzustellen. Jede begann nun, entsprechend ihren Fähigkeiten, Bäume, Blumen, Tiere aufzuzeichnen und auszuschneiden. Von Elke und Helga B.  wurden sie später, dem Fortgang der Schöpfung entsprechend, aufgeklebt. Pepe, der auch dabei sein konnte, vertiefte sich ins Info-Material. Der Pastor half Wissenslücken zur Schöpfung zu klären, und Elisabeth sorgte für angenehme Musik.

Der Dauerregen machte aus diesem Treffen eine echte Klausur, was nicht sonderlich auffiel, konnte man beim Ausschneiden doch bestens plaudern.

Nur Elke und Helga B. mußten sich voll konzentrieren, um den Wandbehang Tag für Tag lebendig werden zu lassen. Seine Einweihung am späten Nachmittag zeigte bei allen lobende Zustimmung.

Zum Frühstück am Samstagmorgen waren Keramik-Hühnchen auf die Tische gehüpft – eine liebe Gabe von Elke aus dem Nachlass ihrer Eltern.

Helga B. begann um 10 Uhr ihren Vortrag samt Bildern „Land und Leute“ in Surinam. Wieder einmal konnte man über die eigene Unwissenheit staunen. Weder wußten wir, wo dies von der Natur beschenkte Land liegt, obendrein nicht daß dort seit mehreren Jahrhunderten Menschen aller Hautfarben aus vier Kontinenten, unterschiedlichen Glaubens, friedlich zusammenleben. Dieses kleine Land sollte ein Vorbild für uns zerstrittene Europäer sein.

Im Anschluß an den gelungenen Vortrag wurde zuende gebastelt, bis wir um 14 Uhr zum Mittagessen mit Caneloni (die wir alle nur selten zubereiten) verwöhnt wurden. Die Mittagspause bis 17 Uhr gab reichlich Zeit zum Ausruhen. Bei der von Elke gestalteten Kurzandacht stellten sich fünf Frauen, geschmückt mit bunten Tüchern aus ihrer Heimat , mit ihren Lebensgeschichten vor. Nun mußte aufgeräumt werden, ehe Elvira ab 19 Uhr eine kleine Yogapraxis mit anschließender Meditation leitete, die uns allen gut tat. Nach dem Abendessen wurde bei Inge bezahlt, ehe wir die Lieder einüben und plaudern konnten.

Der Sonntag stand, wie immer, im Zeichen des Abschieds und der Vorschau. Nach der  Morgenandacht, von Elke einfühlsam zelebriert, überlegte man, wer am Weltgebetstag welche Rolle und welchen Text übernehmen könnte.

Elke, die sich seit Jahren mit aller Kraft für die Frauenfreizeit engagiert, bat um Entlastung für die Zukunft. Das Gruppenfoto zum Abschluß beendete das diesjährige Treffen.

Vorsorglich hatte uns Inge für Februar 2019 vorgemerkt. Der Abschied nach dem reichhaltigen Mittagessen durfte nicht endlos dauern, weil die meisten eine lange Rückfahrt im Regen vor sich hatten.

Helga Röver

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