An Ostern erinnern wir uns daran, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist.

Doch vor der Auferstehung steht die Passion. An Karfreitag und Karsamstag denken wir daran.

Die Bibel berichtet davon, dass Jesus zunächst einen schweren Tod erlitten hat. Unschuldig wurde er hingerichtet. Jesus konnte sich nicht durch ein Wunder selbst retten. Auch Gott hat ihn nicht bewahrt, sondern Jesus musste durch alles Unrecht und alles Leidvolle hindurch.

Dieses Ereignis zeigt mir, dass auch wir als Christen heute durch leidvolle Situationen hindurchgehen müssen. Wir werden nicht vor allen Schwierigkeiten bewahrt. Wenn das Leid schwer ist oder länger andauert, kann man leicht an Gott zweifeln: „Will Gott mich bestrafen? Sieht er mich? Ist er überhaupt da?“

Auf diese Fragen und Zweifel ist Ostern die Antwort. Gott führt Jesus aus dem Grab. Wo alle Hoffnung zu Ende war und alle Träume über die gemeinsame Zukunft ausgeträumt waren geschieht das Unglaubliche. Etwas womit niemand gerechnet hat: Es geschieht ein Wunder. Dieses Wunder feiern wir an Ostern.

Die Bibel erzählt, dass die ersten Zeugen der Auferstehung Frauen waren. Das ist insofern interessant, als dass das Zeugnis der Frauen zur damaligen Zeit nicht viel galt. Umso glaubwürdiger ist ihre Schilderung aus historischer Perspektive heute.

Einen Tag später, so wird berichtet, gingen zwei Männer in ein Dorf. Auf dem Weg reden sie miteinander und treffen auf einen Unbekannten. Er begleitet sie auf dem Weg. Als sie in Emmaus ankommen, laden die beiden Männer den Unbekannten zum Abendessen ein. Gemeinsam sprechen sie ein Tischgebet und brechen das Brot miteinander. Auf einmal erkennen die beiden Männer in dem Unbekannten den auferstandenen Jesus. Der Totgeglaubte lebt. Die aufgegebene Hoffnung wird wieder lebendig. Der Traum der gemeinsamen Zukunft beginnt für die Jünger auf eine ganz neue Weise.

Ostern erzählt davon, dass es keine hoffnungslosen Situationen gibt. Selbst durch Leid und Tod hindurch erscheint das Wunderbare. Das gilt auch für unser Leben. So können wir erfahren, dass es nach einer leidvollen Erfahrung wieder Grund zur Freude gibt, nach einem Streit kommt es zur Versöhnung oder nach einer ausweglosen Situation eröffnet sich ein besserer Weg, der zur Lösung führt. All das sind Ostererfahrungen in unserem Leben. Darüberhinaus erzählt Ostern davon, dass es Hoffnung über den Tod hinaus gibt. Der Tod beendet nicht alles trostlos, sondern das Leben geht auf eine andere Weise weiter.

Margot Kässmann hat die Ostererfahrung einmal so formuliert: „Der Segen Gottes ist nicht die Garantie, dass es kein Leid und keine Krankheit und keinen Tod gibt im Leben. Er ist die Versicherung, dass Gott uns begleitet in unserem Leben, auch in unseren schwersten Stunden und über den Tod hinaus in ein neues Leben. So hat es Jesus selbst erlebt.“

Wir alle brauchen Hoffnung für unser Leben und Sterben. Ostern, das von der Auferstehung Jesu erzählt, gibt uns Grund dazu. Deshalb dürfen wir uns freuen.

Euer Axel Dodszuweit

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