Zum Jahreswechsel 2014 / 2015

Am 22.12.2014 demonstrierten 17.500 Menschen in Dresden. Es handelt sich dabei um Anhänger der Pegida-Bewegung. Diese Gruppe ist gegen eine „Überfremdung“ Deutschlands. Sie hat Angst vor einer Islamisierung der Justiz, Kultur und Politik. Der Ratsvorsitzende der EKD Heinrich Bedford-Strohm hält dagegen, dass es sich dabei um Realitätsverlust handelt. Die „dumpfen Anti-Islam-Parolen“ haben „nichts mehr mit der Realität zu tun.“ Die Idee, das Christliche Abendland retten zu wollen, könne auf diese Weise nicht erreicht werden. Vielmehr sei es gerade christlich, Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen Hilfe anzubieten.

Die Jahreslosung für 2015 heißt: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ (Röm 15,7). Die damalige Gemeinde in Rom war von Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern betroffen. Man stritt über unterschiedliche Ansichten des Glaubens sei es nun im Zusammenhang mit Essen oder das Einhalten von Feiertagen oder andrem. Was für die einen heilig war, hielten die anderen für oberflächlich. Dadurch gab es Konflikte.

Auch heute haben wir oft unterschiedliche Ansichten in der Gemeinde. Dies kann den Musikgeschmack betreffen oder die Art sich zu Kleiden. Trotz aller Unterschiede sind wir dazu aufgerufen, uns gegenseitig anzunehmen. Die Unterschiede, die uns trennen, sind nicht seligmachend. Vielmehr bereichern uns die Unterschiede. Sie fördern das soziale Miteinander und bringen alle Beteiligten voran.

Das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Perspektiven gilt sowohl für die Gemeinde als auch für die Gesellschaft. Deshalb hat Bedford-Strohm recht, wenn er sagt, dass nicht der Ausschluss von Anderen sondern das Willkommen heißen christlich ist. Zum Schluss ein Zitat von Johann W. von Goethe: „Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter.“ In diesem Sinn mögen für das neue Jahr, die echten christlichen Werte unseres Abendlandes festen Bestand haben.

Euer Axel Dodszuweit

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